Vor drei Jahren wurde bei mir ein Zahn wegen wiederkehrender Granulome behandelt. Jedes Mal, wenn der Zahn verschlossen wurde, verschlimmerten sich die Granulome. Schließlich war die Situation nicht mehr zu retten und der Zahn musste gezogen werden. Wie stark hängt der Behandlungserfolg von der Ausstattung, von der Wahl des Zahnarztes und von der verwendeten Ausrüstung ab? Wie kann ich sicherstellen, dass ich beim nächsten Mal mit der modernsten Ausstattung behandelt werde? Ich habe das Gefühl, dass modernste Methoden nur bei privaten Zahnärzten (als Selbstzahlerleistung) verfügbar sind.
Zahnarzt Tomaž Rotar antwortet:
Der Erfolg einer endodontischen Behandlung hängt von vielen Faktoren ab. In erster Linie vom Zustand des Zahns bzw. des Zahnhalteapparats zu dem Zeitpunkt, zu dem die Therapie begonnen wurde. Bei der Behandlung einer Entzündung der Zahnpulpa (also der Diagnose Pulpitis), die der Patient als starke Zahnschmerzen empfindet, die erstmals aufgetreten sind, ist die Behandlungsprognose ziemlich gut. War der Zahn bereits vor längerer Zeit betroffen und sind die Schmerzen erneut aufgetreten, gehen wir davon aus, dass wir es mit einem schon länger abgestorbenen Zahn zu tun haben. In diesem Fall behandeln wir eine sogenannte Gangrän der Zahnpulpa. Die Bakterien haben sich bereits in den Wurzelkanälen angesiedelt und wahrscheinlich auch die Gewebe um den Zahn im Bereich der Wurzelspitze geschädigt. Die Behandlung ist in diesem Fall wesentlich langwieriger und die Prognose deutlich schlechter.
Was die Qualität der Behandlung durch unterschiedliche Zahnärzte betrifft, bin ich der Meinung, dass sich alle sehr bemühen; die Behandlungsweise wird in jedem Fall durch die fachliche Doktrin bestimmt. Die Ausstattung für Wurzelkanalbehandlungen unterscheidet sich allerdings von Praxis zu Praxis erheblich. Eine gute Wurzelkanalbehandlung ist heute ohne die laufende Nutzung eines Röntgengeräts, eines Apex-Lokators zur Bestimmung der Länge der Wurzelkanäle, eines Kofferdams zum Schutz des Operationsfelds und schließlich eines Operationsmikroskops, mit dem wir mikroskopisch kleine Eingänge zu Wurzelkanälen lokalisieren können, kaum vorstellbar. Für den Einsatz all dieser Mittel benötigen wir sehr viel Zeit. Das Genannte ist natürlich mit hohen Kosten verbunden, die die Versicherung nach unserer Erfahrung niemals übernehmen wird.