Mit etwas Beklemmung und Angst machten wir uns auf den Weg in das unruhige Jordanien, umgeben von Ländern, die ständig im Krieg liegen, gewissermaßen schon seit Christus und Mohammed. Obwohl alle dieselbe Philosophie haben, geraten sie wegen des einen oder anderen Propheten dennoch immer wieder aneinander. Der benachbarte Sinai mit dem Katharinenkloster erinnert daran, dass wir einst alle an einen glaubten. Der brennende Dornbusch und jene Zehn Gebote, die Mohammed auf zwei Steintafeln erhielt, genau dort, in jener kleinen Kirche auf dem trockenen, heißen, kahlen und gottverlassenen Berg, sind heute offenbar nur noch eine Attraktion für Touristen, die vom Berg steigen, nachdem sie den Sonnenaufgang beobachtet haben. Nicht weit entfernt erzittert Jerusalem unter Bombenangriffen der Palästinenser, wovon die benachbarten Muslime Zeugen sind. Was wohl der alte Mohammed denkt, der doch allen vorgeschrieben hat, wie sie leben sollen. Wie dem auch sei, das Flugzeug umflog die heiße Region in weitem Bogen und näherte sich der Hauptstadt Amman von Süden (Ägypten) und, Gott bewahre, nicht über das arme nördliche Syrien, das gerade Patriots angeschafft hatte. Jordanien ist auf wundersame Weise etwas vom jahrhundertealten Streit ausgenommen, sodass unser Wunsch, Petra, die uralte und lange verlorene Stadt, zu sehen, schließlich überwog und wir aufbrachen. Die Nubier (Menschen, die Stein behauen), ein Volk, das es vermutlich nicht mehr gibt, errichteten an der alten Handelsroute vom Fernen Osten nach Ägypten und weiter eine Stadt im lebenden Fels. Sie verfügten über eine fortschrittliche Wasserversorgung, Schatzkammern, prächtige Häuser, die später durch ein schweres Erdbeben zerstört wurden, und ein Handelssystem, das sich mit dem heutigen messen könnte. In die Stadt gelangte man nur auf einem Weg, durch eine faszinierende Schlucht, in der Indiana Jones und der letzte Kreuzzug gedreht wurde. Es gab getrennte Bereiche für Kamele, Händler, Eigentümer, Reiche, Abfälle, Lebensmittel… An den Gebäuden sind noch heute Spuren des Christentums, des Islam, der ägyptischen Kultur und des römischen Einflusses zu erkennen, kurzum all jener, die hier verschiedene Steuern und Gebühren zahlten. Also ist Geld und nicht Philosophie der heilige Herrscher. Kurz gesagt ein WTC in antiker Form, das dem Zahn der Zeit offenbar besser trotzt als jenes in NY. Genau hier fand Indiana den Heiligen Gral, nach dem in diesem Schmelztiegel der Ideologien und Philosophien, dem unruhigen Nahen Osten, alle so fieberhaft suchen. Wir fanden die Erkenntnis, dass das Tote Meer bald trocken sein wird, ebenso wie alle Kelche der Eroberer und Führer, die auf dem Rücken derselben Philosophie Gewinne schmieden und arme Völker ausbeuten, die leider auf einem vollen Fass schwarzen Goldes leben.