Was ist Parodontose und was ist eine Parodontalerkrankung?
Zahnarzt Tomaž Rotar antwortet:
Fachlich ist der Begriff Parodontose für die juvenile Parodontitis reserviert. Diese Erkrankung ist im Vergleich zur Parodontalerkrankung glücklicherweise sehr selten. Charakteristisch ist ein schneller und umfangreicher Abbau des Zahnhalteapparates einschließlich des Knochens. Die Erkrankung beginnt meist schon früh in der Jugend. Der Zahnfleischabbau ist in der Regel auf die ersten Molaren und die Schneidezähne beschränkt und meist beidseitig. In diesem Fall sprechen wir von lokalisierter Parodontose oder juveniler Parodontitis. Bei der generalisierten Parodontose baut sich das Gewebe nahezu gleichmäßig um alle Zähne ab. Die Erkrankung erfordert rasches und entschiedenes Handeln, da es sonst bereits im Alter von zwanzig Jahren zum Zahnverlust kommen kann. Trotz des gesamten Krankheitsgeschehens sieht das Zahnfleisch meist gesund aus. Die Erkrankung ist erblich bedingt. Bei uns hat sich der Begriff eingebürgert und ersetzt den Ausdruck Parodontalerkrankung, der in der Regel eine Erkrankung des Zahnhalteapparates bezeichnet. Parodontium bedeutet nämlich "Gewebe um die Zähne".