Zu den schönsten Reisen würde ich die Republik Südafrika zählen, auch wenn sie von Apartheid und hohen Preisen geprägt ist. Das Land, das von den Niederländern über ihre fast vierhundert Jahre alte East Indian Dutsch company ausgebeutet wurde und noch immer ausgebeutet wird, ist weiterhin voller Diamanten, Gold und zahlloser schwarzer Arbeitskräfte. Das Land verkörpert die rassischen und wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Menschen, und alles oder nichts zu besitzen ist hier die einzige Lebensweise.

Vom Flughafen, auf dem nur Mercedes und Toyotas parken, fuhren wir zu einem gut gehüteten Geheimnis unter den afrikanischen Parks, wo es im Gegensatz zu anderen keine Malaria und nicht viele Touristen gibt. An der Grenze zu Botswana, am Rand der Kalahari, überrascht der Madikwe-Park, wo wir an frischen frühen Morgen und späten roten Abenden zwischen Affenbrotbäumen und Granitblöcken dieselben Ausblicke mit unseren gemeinsamen Vorfahren, der ersten Eva… teilten. Die Buschmänner sollen noch heute so sein wie einst; was sie wohl über die mächtigen Toyota Land Cruiser und die lustigen englischen Hüte denken. Die Big Five (Löwe, Leopard, Büffel, Elefant, Nashorn) bekamen wir wie versprochen zu sehen und noch vieles mehr, vieles Schöneres, auch die Ursprünglichkeit schwarzer Lächeln ohne Dollarhintergrund. Es ist schwer, Worte und Superlative zu finden, die einem Besuch dieses Nabels der Zivilisation eine richtige und gerechte Beschreibung geben könnten.

Der relativ kurze Flug nach Kapstadt war wegen der sich vermischenden Winde beider Ozeane ziemlich aufregend. Würde man die hohe Kriminalitätsrate aufgrund der zuvor genannten Ursachen abziehen, wäre dies eine der schönsten Städte der Welt. Ich stieg auf den Tafelberg, der der Stadt ihr unverwechselbares Gepräge verleiht, und blickte in Richtung Antarktis, die ich bereits in der Tasche hatte. Der Diamantenmarkt, ein wunderschönes Aquarium, Autos aristokratischer Marken, teure Lokale mit sonnigen Terrassen, weiß gekleidete Nachkommen der Besitzer des Landes, Diamanten an den blutigen Fingern europäischer Damen und Touristen fern der Heimat prägen eine Stadt mit dem universellen Klima ewigen Frühlings und einer noch universelleren feudalen Ordnung. Pinguine an den Stränden blicken zum Südlichen Ozean, der Geschichten von den Mutigsten flüstert, die den Europäern den Weg in eine Welt endloser Möglichkeiten zur Ausbeutung menschlicher und irdischer Ressourcen gebahnt haben.